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Reiserecht

Kaum einer, der noch nie eine Pauschalreise gebucht hat. Eine Woche Südtirol, zwei Wochen Teneriffa oder drei Wochen Mexiko – jährlich reisen Millionen Bundesbürger nach solch sonnigen Zielen. Doch leider sind mit diesen Reisen oft auch Probleme verbunden, die einem die schönsten Wochen des Jahres gründlich verleiden können. Und je umfassender man sich in die Obhut eines anderen (in diesem Fall des Reiseveranstalters) begibt, desto mehr kann dieser falsch machen.

Möglichkeiten für Ärgernisse gibt es zahllose: kaum ist der Reisevertrag unterschrieben, schon flattert eine Reiseänderung oder Preiserhöhung ins Haus. Glücklich am Urlaubsziel angekommen muss der Gast feststellen, dass der versprochene Swimmingpool ausgetrocknet ist, während das Hotelzimmer reichlich Feuchtigkeit aufzuweisen hat. Der Hotelier, der noch beim Einchecken fließend deutsch und englisch sprach, kann jetzt leider nichts mehr verstehen, während der Reiseleiter auf dem Standpunkt steht, feuchte Zimmer seien nun mal landesüblich. Ist dann noch der Reiseveranstalter telefonisch nicht erreichbar, wir der geplante Traumurlaub zum Albtraum. Damit ergibt sich auch schon die Frage: „Was sind überhaupt die Rechte des Reisenden?”

Kann man eigentlich vom Reisevertrag zurücktreten oder wann ist dieser zumindest noch fristgerecht zu kündigen? Welche Rechte hat man, wenn die Reise nicht die versprochenen Leistungen aufwies? Und kann man tatsächlich auch Schadensersatz fordern, wenn der Urlaub in Wirklichkeit keiner war?

Da Ihre Ansprüche gerade im Reiserecht sehr stark von den Gegebenheiten des Einzelfalls abhängig sind, sollten Sie sich bei aufgetretenen Problemen in jedem Fall von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Wichtig ist allerdings, dass Sie die Durchsetzbarkeit Ihrer Ansprüche bereits im Urlaub sichern. Denn der Reisende muss zur Wahrung etwaiger Minderungsanprüche die Beanstandungen bereits am Urlaubsort rechtzeitig gegenüber dem Reiseveranstalter oder der Reiseleitung anzeigen. Leistungsträger wie der Hotelier sind grundsätzlich kein zuständiger Adressat für Mängelanzeigen. Selbst bei Nichterreichbarkeit der Reiseleitung kann der Reisegast im Zeitalter moderner Technologien ohne weiteres mit der Zentrale des Reiseveranstalters in Verbindung treten, insbesondere auch dann, wenn er sich an die Hotelleitung wendet, da dort ein Kontakt hergestellt werden kann.

Der Reisende muss gegenüber dem Reiseveranstalter oder dessen Reiseleiter zumindest die am Urlaubsort aufgetretenen Mängel anzeigen. Dies sollte möglichst sofort bei Auftritt des Mangels erfolgen. Am letzten Urlaubstag ist es hierfür zu spät, da dem Reiseveranstalter dann keine Möglichkeit mehr zur Verfügung steht, den Mangel zu beseitigen und Abhilfe zu schaffen. Um später auch beweisen zu können, dass die vor Ort aufgetretenen Mängel tatsächlich angezeigt wurden, sollte der Reisende sich seine Mängelanzeige unbedingt schriftlich von der Reiseleitung oder dem Reiseveranstalter bestätigen lassen.

Die Minderungsansprüche sind von dem Reisenden spätestens einen Monat nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen. Die Ausschlussfrist bezweckt zum einem, dem Reiseveranstalter Schwierigkeiten bei der Überprüfung von Mängelrügen zu ersparen, zum anderen soll verhindert werden, dass er Regressansprüche gegen Leistungsträger nicht mehr oder nur schwer durchsetzen kann. Dies bedeutet für den Reisenden: Sofort zum Anwalt.


 
 
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Reitt & Brinkmann
Rechtsanwälte

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